Die Reaktion des Körpers auf anstrengende, „stressige“ Ereignisse im Leben erfordert Anpassungsprozesse des Körpers. Das sympathische Nervensystems führt zu Reaktionen über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse und steuert die Gegenreaktion auf physiologische Stressoren (z.B. Unterzucker, Verletzungen, Infektionen) oder psychologische Stressfaktoren (z.B. psychosozialer Stress, Schreckreaktion, Angst). Ein anhaltender Stress führt über erhöhte Cortisolspiegel zu stressbezogenen Krankheiten wie Angststörungen und Depressivität.
Vitamin C (Ascorbinsäure), ein freier Radikalfänger ist ein wichtiger Bestandteil des antioxidativen Systems und regeneriert Vitamin E. Der Mensch und andere höheren Säugetiere können kein Vitamin C bilden und sind daher auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Besonders im Gehirn sind diese antioxidativen Eigenschaften besonders wichtig, zu erkennen daran, dass der Vitamin C-Spiegel 2-4fach so hoch ist, wie im Blut. Die Wirkung wird mit der Modulation von Neurotransmittern erklärt, ist aber noch nicht exakt bekannt.
In einer Doppel-blinden, Placebo-kontrollierten klinischen Studie, bei der psychosozialer Stress ausgeübt wurde, indem die Probanden eine freie Rede vor einem Publikum halten mussten und gleichzeitig Kopfrechenaufgaben zu erledigen hatten, wurde gezeigt, dass die Vitamin C-Gruppe einen niedrigeren Blutdruckanstieg und schneller normalisierten Cortisolspiegel, als in der Kontrollgruppe aufwies. (S. Brody et al., A randomized controlled trial of high dose ascorbic acid for reduction of blood pressure, cortisol, and subjective responses to psychological stress, Psychopharmacology, 159 (2002). In klinischen Studien, wie der von de Olivera und Kollegen konnte in standardisierten Angst-Fragebögen eine Reduktion der Werte bei Studenten erkennen, die über 14 Tage 500mg Vitamin C erhalten haben (I.J.L. de Oliveira et al. Effects of oral vitamin c supplementation on anxiety in students: a double-blind, randomized Placebo-Controlled Trial. Pak J Biol Sci, 18 (2015), pp. 11-18).
Eine ausreichende Vitamin C Versorgung mit ggf. Supplementierung ist daher dringend zu empfehlen, zumal die weltweite Vitamin C Aufnahme in den letzten Jahren zurückgegangen ist (lange Transportwege und Lagerung von Obst und Gemüse, zunehmender Konsum von hochverarbeiteten Fertiglebensmitteln).
Für interessierte Leser: Bettina Moritz et al., The role of vitamin C in stress-related disorders, The Journal of Nutritional Biochemistry, Volume 85, November 202
09.04.2025